Kapitel 8 - Auflistung der einzelnen Nachteilsausgleiche zum GdB

GdB Pauschalbetrag (bei der Einkommenssteuer)
25 - 30 310 €
35 - 40 430 €
45 - 50 570 €
55 - 60 720 €
65 - 70 890 €
75 - 80 1.060 €
85 - 90 1.230 €
95 - 100 1.420 €
Blinde und Hilflose 3.700 €

Pauschsätze je Entfernungskilometer beim Weg zur Arbeit:

Fahrzeug Betrag / Kilometer
PKW 0,60 €
Motorrad / Motorroller 0,26 €
Moped / Mofa 0,16 €
Fahrrad 0,10 €

Also ich persönlich kenne jetzt niemanden der mit einem GdB von 80 schwerbehindert und außergewöhnlich gehbehindert ist, gleichzeitig aber mit einem Motorrad unterwegs ist. Aber wer weiß? Diejenigen, die ich kenne, müssten den Pflegedienst eine Extraschicht schieben lassen, um sie in die Motorradkombi hineinzubekommen. Raus käme niemand wieder. So sind sie unsere Sozialgesetzgeber. Immer wieder zu einem Scherz aufgelegt. Wenn da nicht die Kriegsopfer wären.

Geh- und Stehbehinderte (Behinderung von 80 oder mit 
Merkzeichen G, AG oder H und mindestens 70) können die 
Aufwendungen für die durch die Behinderung veranlassten 
unvermeidbaren Fahrten in angemessenem Rahmen geltend machen. 
Ohne Nachweis wird ein km-Aufwand von 3.000 km anerkannt. 
Darüber hinaus wird der erhöhte km-Satz – wie bei Dienstreisen – 
für die Fahrten von und zur Arbeitsstätte gewährt. Dies sogar neben dem 
Behindertenpauschbetrag. 
Bei außergewöhnlich Gehbehinderten, Blinden und Hilflosen 
(Ausweismerkzeichen AG, BI und H) können grundsätzlich alle 
Kraftfahrzeugkosten, also nicht nur die unvermeidbaren Kosten zur 
Erledigung privater Angelegenheiten, sondern auch die Kosten für 
Erholungs-, Freizeit- und Besuchsfahrten, in der Regel insgesamt bis 
zu 15.000 km jährlich geltend gemacht werden. Als km-Satz werden 
pauschal 0,30 €, - bei 3000 km also ein Aufwand von 900 €, bei 15.000 km 
ein Aufwand von 4.500 €, zugrunde gelegt. Tatsächlich 
höhere Aufwendungen werden durch das Finanzamt nicht anerkannt. 
Für die Abrechnung der 15.000 km jährlich empfiehlt es sich, in der 
Autowerkstatt die Kilometer in der Jahresinspektion festhalten zu 
lassen. Ich benutze eine Tankkarte. Bei jedem Tanken wird der 
Kilometerstand festgehalten. Diese Belege reichten dem Finanzamt 
bislang. Parkgebühren kann man auch als Werbungskosten absetzen. 
Wer jedoch den blauen Parkausweis hat, und den werden Sie ja 
haben, bezahlt für das Parken sowieso nichts. Schwerbehinderte mit 
einem Grad der Behinderung von wenigstens 50, aber weniger als 70 
können die Kosten geltend machen, wenn die Fahrten ausschließlich 
wegen der Behinderung notwendig geworden sind (z. B. Fahrten zur 
Apotheke oder Massage).

Sie müssen einen entsprechenden Nachweis (Fahrtenbuch, 
Aufstellung) führen. Anstelle der Kosten für ein eigenes 
Kraftfahrzeug können auch Taxikosten in angemessenem Umfang 
geltend gemacht werden. Macht ein Gehbehinderter neben den 
Aufwendungen für Privatfahrten mit dem eigenen Pkw auch solche 
für andere Verkehrsmittel (z. B. Taxi) geltend, so ist die als 
angemessen anzusehende jährliche Fahrleistung von 3.000 km bzw. 
von 15.000 km entsprechend zu kürzen. Bei behinderten Kindern 
können die Kfz-Kosten auch bei den Eltern berücksichtigt werden, 
wenn sie bei ihrem behinderten Kind entstanden sind und der dem 
Kind eigentlich zustehende Behinderten-Pauschbetrag auf die Eltern 
übertragen worden ist. Dies gilt jedoch nur für solche Fahrten, an 
denen das behinderte Kind selbst teilgenommen hat (z. B. zur Schule, 
zur Werkstatt für Behinderte, zu Therapiemaßnahmen oder zu 
Behörden). Aufwendungen, die Eltern für den Erwerb der 
Fahrerlaubnis ihres mittellosen, schwer steh- und gehbehinderten 
Kindes getragen haben, sind ebenfalls abzugsfähig. 
Alle Nachteilsausgleiche benötigen den Nachweis mit 
Schwerbehindertenausweis oder Feststellungsbescheids der 
zuständigen Stelle oder Rentenbescheid oder Fahrtenbuch. Mein 
Finanzamt wollte anfangs den Festellungsbescheid. Hat man dann 
immer den gleichen Sachbearbeiter, geht alles wie von selbst. 
Wechselt er, geht alles wieder von vorne los. 
Auch Eltern Behinderter oder Kinder, die einen pflegebürftigen 
Elternteil pflegen, haben Anspruch auf Steuervergünstigungen.


Quelle Schwerbehinderung aktuell.de